Ihr seid selbstständig und möchtet Euer Business nach vorne bringen? Oder anders: Der Chef hat sein Go gegeben und das Traditionsunternehmen, in dem Ihr schon seit längerem angestellt seid, wagt nun den ersten Schritt Richtung soziale Netzwerke? In beiden Fällen ist eine eigene Facebook-Unternehmensseite genau das Richtige für Sie beziehungsweise für die Firma, in der Ihr arbeitet.

Facebook bietet Unternehmen jeglicher Größe zahlreiche Chancen – schließlich gibt es unendlich viele Möglichkeiten der Interaktion. Ihr seid auf Facebook also näher an Eurer Zielgruppe und könnt exakt auf Wünsche, Sorgen und Fragen eingehen. Doch wie geht es Ihnen dabei? Was bedeutet die neu gelaunchte Facebook-Unternehmensseite für Euch? Ihr wünschst Euch sicherlich entsprechende Aufmerksamkeit, schließlich habt Ihr viel Arbeit und Gedanken in die Planung und Umsetzung der Posts investiert. Das Wirtschaftliche gilt es dabei nicht außer Acht zu lassen: Für Selbstständige bedeutet mehr Reichweite zudem ein Mehr an potenziellen Kunden. Angestellte stehen oftmals unter dem Druck der Geschäftsführung, aktuelle Zahlen vorlegen zu müssen, auch hier sind entsprechende Statistiken also wichtig.

Ausserdem gilt es die psychologische Wirkung hoher Like-Zahlen nicht zu unterschätzen: Sie suggerieren dem User, dass das hinter der Facebook-Seite stehende Business nicht grundlos Erfolg hat, d.h. viele Menschen Euch, Eure Inhalte und Eure Firma mögen. Viele Likes vermitteln jemandem, der Eure Seite neu entdeckt, dass Andere gute Erfahrungen mit Euch als Dienstleister gemacht haben und es sich lohnt, Eure Seite zu abonnieren.

Doch bevor Eure Like-Zahlen durch die Decke gehen, solltet Ihr Euch vor allem am Anfang über einige Punkte Gedanken machen. Wenn Ihr folgende sieben Aspekte im Blick behaltet, schafft Ihr damit schon mal eine wichtige Grundlage für zukünftigen Erfolg. Dieser wird aufgrund des professionellen Auftretens sogar noch verstärkt.

1. Das Profilbild

Eines vorweg: Damit ein Profilbild scharf auf hochauflösenden Endgeräten dargestellt wird, sollte es in einer Auflösung von mindestens 600 x 600px und als PNG-Grafik angelegt, hochgeladen werden. Viele Unternehmen verwenden zum Beispiel ihr Firmenlogo als Profilbild. Grundsätzlich keine schlechte Idee, dabei sollte aber unbedingt beachtet werden, dass das Bild auch in klein aussagekräftig ist.

Stellt Euch zum Beispiel folgendes vor: Beim Durchscrollen des Facebook-Newsfeed sowie dem Durchstöbern von Profilen entdecken potenzielle Fans zufällig Eure Unternehmensseite bzw. Euer Profilbild. Es wird hier – in diesem Newsfeed-Umfeld – lediglich in einem Format von 40 x 40px angezeigt. Dies sollte Euren Erfolg nun jedoch keinen Abbruch tun: Denn Ihr habt Euch zuvor bereits für ein aussagekräftiges Profilbild entschieden, das nicht in der Masse untergeht. Setzt also beispielsweise auf knallige Farben und eindrucksvolle Grafiken, die jedoch nicht zu kleinteilig sind.

2. Das Titelbild

Ihr habt es sicher schon einmal gehört: Social Media und demnach auch Facebook unterscheiden sich massgeblich von klassischer Werbekommunikation. Rein auf Verkauf abzielende Beiträge, die nur Euch und Euer Angebot im Blick haben, kommen auf lange Sicht nicht sehr gut bei den Followern an. Ihr zeigt, dass Ihr nicht wirklich an den Personen interessiert seid, mit einer Ausnahme: Sie sollen Euch bitte Euer Produkt oder Eure Dienstleistung kaufen.

Ein Verzicht auf reine Werbekommunikation bedeutet nicht, dass Ihr nicht auch auf Dein Produkt hinweisen dürft. Inmitten von lustigen GIFsspannenden Behind-the-scenes und nützlichen Anleitungen dürft Ihr ruhig auch auf aktuelle Angebote hinweisen. Der perfekte Platz dafür: Das Titelbild Euer Unternehmensseite. Es ist die perfekte Werbefläche, da es Euren Follower beim Aufrufen Euer Unternehmensseite direkt auffällt. Es befindet sich ganz oben und hat somit eine Ausnahmestellung im Vergleich mit den restlichen Posts.

Das Titelbild kann und sollte regelmässig ausgetauscht werden: Bei jeder Aktualisierung erscheint ein Post in Euer Timeline, welcher wiederum Follower auf Euer Seite ruft. Letztere informieren sich in dem Kontext dann gleichzeitig, was es Neues von Euch gibt. Damit Euere Follower den Kontext des aktualisierten Titelbilds verstehen, gehen Sie bitte wie folgt vor: Nachdem Ihr das neue Titelbild hochgeladen habt, rufen Sie es noch einmal auf. Dann könnt Ihr es bearbeiten und einen Beschreibungstext ergänzen, welcher nun auch als Posttext im Feed ausgespielt wird. Überlegt Euch genau, wie Ihr eine Interaktion mit Euren Followern hervorrufen könnt.

3. Up to Date

Stellt Euch doch bitte mal vor, Ihr seid über Facebook auf der Suche nach einem tollen Restaurant. Facebook ist hier besonders nützlich, schließlich könnt Ihr gleich auch Bilder von den Gerichten und den Portionsgrößen (ja, für einige ausschlaggebendes Kriterium) anschauen, aber auch einen Eindruck davon verschaffen, wie der Umgang mit Kunden ist. Ihr stösst auf zwei Restaurants in der näheren Umgebung. Beide gehören der gleichen Preisklasse an und auch die angebotene Küche sagt Euch jeweils zu. Das eine Restaurant postet regelmäßig und interagiert freundlich und gewitzt mit seinen Followern. Kein einziger Kommentar bleibt unbeantwortet! Das andere Restaurant hat seit eineinhalb Jahren nichts mehr gepostet und auch die zahlreichen Besucherbeiträge bleiben unbeantwortet. Wie entscheidest Ihr euch wohl?

Learning:

Wenn Ihr nicht regelmäßig auf Euer Facebook-Seite postest, vermittelt Ihr den Besuchern, dass es bei Euch nichts Aktuelles, sprich Interessantes zu entdecken gibt. Euer Unternehmen wirkt wenig inspirierend – ja gar wenig erfolgreich im direkten Vergleich mit der wesentlich aktiveren Konkurrenz.

Was wir ungern machen: Solo-Selbstständigen und Unternehmen sagen, dass sie mindestens zweimal pro Tag posten müssen. Wir wissen um den Stress mit dem Alltagsgeschäft und wollen nur ungern Druck aufbauen. Schließlich soll Social Media nicht zu Verzweiflung führen oder gar dazu, dass die eigentliche Arbeit auf der Strecke bleibt. Vielmehr empfehlen wir folgendes Vorgehen: Setz Euch hin und horcht in Euch hinein. Wieviel Platz könnt Ihr in Euer Arbeitswoche für Social Media schaffen? Eine halbe Stunde? Zwei Stunden? Seid ehrlich mit Euch selbst und beratet Euch ruhig mit anderen Solo-Selbstständigen bzw. Kollegen im Unternehmen. Das nun ermittelte Zeitkontingent trägt Ihr Euch fix in den Kalender ein. Erstellt in diesem Zeitfenster so viele Facebook-Posts wie möglich. Mit der Zeit und Erfahrung werdet Ihr schneller. Es werden mehr Posts entstehen. Außerdem empfehlen wir Euch, jeden Morgen und Abend 5 Minuten für das Checken Eurer Seite und die Interaktion mit Euren Followern zu blocken. So staut sich nichts an und Ihr braucht wirklich nur 5 Minuten.

Wann wird es Zeit mehr zu posten? Ganz klar: Sobald Ihr keinen Stress mehr empfindest. Dann ist der Moment gekommen, langsam die Zeitspanne leicht zu weiten. Aber wie gesagt: Nur soweit, dass Eure eigentliche Arbeit nicht auf der Strecke bleibt. Gleiches gilt übrigens auch für die Interaktionszeit morgens und abends.

Regelmässigkeit ist somit der goldene Mittelweg für das gesetzte Ideal von zwei Posts pro Tag und eben jenem Aufwand, der für viele Solo-Unternehmer, aber auch Unternehmen überhaupt zu leisten ist.

4. Kundenbewertungen

Je nach Art der Facebook-Unternehmensseite ist es möglich, dass Kunden Eure Unternehmen bewerten. Die Bewertungen auf Eurer Facebook-Seite zeigen Eure potenziellen Kunden, welche Erfahrungen die bisherige Kundschaft mit Euch gemacht hat. Bewertungsposts sind unheimlich wichtig, gerade wenn jemand auf der Suche nach einer bestimmten Dienstleistung ist und zunächst noch Anbieter vergleicht. Der Interessent tendiert dazu, sich den Dienstleister auszusuchen, der die meisten positiven, zufriedenen Bewertungen hat. Offensichtlich.

Sorgt dennoch dafür, dass Eure Kunden Anlass dazu haben, positiv über Euch zu berichten, eventuell könnr Ihr sie (Achtung: Bitte nur nach einer wirklich für beide Seiten zufriedenstellenden Zusammenarbeit) in einem Nebensatz darum bitten, Euch eine Bewertung zu hinterlassen. Geht ruhig auch in Vorleistung: Bewertet andere Unternehmen bzw. die Eurer Kunden.

5. Visual Storytelling

Fotos und Videos sprechen in den meisten Fällen wesentlich mehr Menschen positiv an als reine Textposts. Sie heben einen Post allein durch die Farbe und das Format hervor. Ein Post wirkt zudem umfangreicher und interessanter, wenn er von einem Foto oder Video begleitet wird. Hier gilt das Gleiche wie beim Titelbild: Der Post erscheint im Feed und zieht Menschen auf Eure Seite. Zusätzlich wird jedes gepostete Bild automatisch in ein Album einsortiert.

Anmerkung: Neben diesem automatisierten Fotoalbum könnr Ihr aber auch selbst Alben anlegen, die z.B. zu Events Eurer Firma oder um den Entstehungsprozess eines Projekts zu dokumentieren. Euer Facebook-Auftritt wirkt ehrlicher, da Ihr einen Blick hinter die Fassade erlaubt und Eure Mitarbeiter vorstellt. Vergesst nicht, alle abgebildeten Personen um Erlaubnis zu bitten!

Wenn Eure Fotos auf Facebook hochauflösend im Nachrichtenfluss dargestellt werden sollen, ist es zwingend erforderlich, dass sie eine Größe von 100kB nicht überschreiten. Ihr solltet sie außerdem in dem Dateiformat JPEG anlegen. PNG oder BMP Dateien sind in den meisten Fällen nicht geeignet, weil hierbei die 100kB Grenze schneller überschritten wird.

Am einfachsten ist es, wenn Ihr zum Anlegen von Facebook-Fotos ein Grafik-Programm wie Adobe Photoshop nutzt. Eine kostenfreie Alternative zu Photoshop ist das OpenSource-Programm Gimp. Mit beiden könnt Ihr vor dem Speichern von JPEG-Grafiken die Qualität des Bildes festlegen, was sich erheblich auf die Gesamtgröße der Datei auswirkt.

6. Erreichbarkeit

Im About-Bereich Eurer Facebook-Unternehmensseite sowie im Impressum sollten alle wichtigen Kontaktdaten hinterlegt werden. Damit präsentiert Ihr Euch als unkompliziert, weil Ihr leicht zu erreichen seid und Ihr potenziellen Kunden für Fragen zur Verfügung steht. Übrigens besteht in der Schweiz eine rechtliche Pflicht, Kontaktdaten im Impressum zu vermerken! Ihr macht Euch also nicht nur strafbar, sondern zeigst Euch nach aussen auch als unnahbar, wenn Ihr hier nicht transparent agierst.

Präsentiert Euch lieber auf Augenhöhe mit Euren Followern und seid erreichbar. Andernfalls könnten Euch wirklich gute Aufträge und Kontakte entgehen! Dies gilt übrigens auch für die Kommentare und Privatnachrichten auf Euren Facebook-Seite: Beantwortet ALLE Nachrichten, und damit meinen wir wirklich ALLE.

7. Interaktionen

Wie in den bisher genannten Punkten angedeutet, ist es für jeden Facebook Fanpage-Betreiber (dt.: Unternehmensseite) immens wichtig, in den Dialog mit den Followern zu treten. Die Menschen springen auf Echtheit an; sie wollen sehen, dass keine unpersönliche Maschine hinter dem Social-Media-Auftritt des Unternehmens steckt.

Wenn Ihr also das nächste Mal einen Post in die Welt schickst, dann gehet auf Fragen in den Kommentaren ein. Nutzt diese Gelegenheit um Eure Follower besser kennenzulernen und besser einzuschätzen, welche Menschen sich für Euer Unternehmen interessieren. Noch besser: Stellt in Eurem Post selbst eine Frage, regt also den Austausch an. Die Menschen lieben es nach ihrer Meinung gefragt zu werden. Von einem solchen Unternehmen fühlen sich die Follower menschlich wertgeschätzt und ihre Anregungen ernst genommen. Sie werden mit Sicherheit auf Euch zurückkommen, wenn nicht sogar Euch weiterempfehlen.

Wir hoffen, wir konnten Euch mit diesen sieben Punkten beim Facebook-Einstieg Euren Unternehmens weiterhelfen. Gerne könnt Ihr uns per E-Mail oder Telefon kontaktieren. Wir geben Euch dann gerne eine kurze Einschätzung ab, ob Ihr die sieben genannten Punkte richtig umsetzt.

Wir freuen uns auf Eure Seite(n).